Sie wird den Bauernfamilien oft als Alternative angepriesen, wenn sie mit den Marktmechanismen nicht zufrieden sind und die Rechnung ganz einfach nicht mehr aufgeht.

Direktvermarktung ist eine Alternative und bietet den Vorteil, dass Bauernfamilien ihre Kundschaft direkt informieren können: warum dieses Produkt fehlt, jenes im Überfluss vorhanden, ein anderes diesmal besonders oder gerade weniger schön geraten ist...

Direktvermarktung fordert von den Bauernfamilien viel, vor allem:
• Freude am Kundenkontakt
• Vielseitiges Angebot
• Geographische Nähe zu den Kunden
Das ist nicht für alle Bauernbetriebe gegeben. Dem „Schweizer Bauer“ (22.5.10, Dossier) entnehme ich folgende Zahlenschätzungen:
Von den 63'000 Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz betreiben etwa 13'000 Direktvermarktung. Davon macht bei 3'300 Betrieben die Direktvermarktung mehr als 20% ihres Einkommens aus. Es sind also 5% der Landwirte, die einen bedeutenden Anteil des Einkommens aus der Direktvermarktung erwirtschaften.

Warum nur so wenige?
• Weil viele Konsumenten nur Gelegenheitseinkäufe bei Direktvermarktern machen, vielleicht auch, weil sie zu selten Gelegenheit haben (Arbeitszeit, Arbeits- und Wohnort)
• Weil viele Konsumenten sich unterwegs verpflegen und auf die jeweiligen Möglichkeiten angewiesen sind (Kantine, Kiosk, Restaurant).
• Weil der Einkauf beim Direktvermarkter zeitlich aufwändiger ist als der Grosseinkauf im Einkaufszentrum.