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Vom Bahnhof Laufen im Laufental BL geht’s mit dem Kleinbus nach Liesberg. Von dort führt uns die steile, holprige Strasse durch eine Waldschlucht auf eine weite Waldlichtung. Auf dem Hof Spitzenbühl werden wir von den Gastgebern, Ruth und Sepp Buchwalder, Sohn Florian und seiner Frau Eveline, herzlich empfangen.
Unsere Gruppe besteht hauptsächlich aus Bäuerinnen und Bauern aus verschiedenen Teilen der Schweiz. Die Landwirtschaft ist ihnen vertraut. Dennoch gibt es ein Staunen, dass sich hier, in diesen steilen Hängen leben und arbeiten lässt. Nicht nur an einem schönen Sommertag wie heute, auch im Winter, wenn die schmale Strasse vereist und nur unter grosser Gefahr passierbar ist.
Die Familie Buchwalder betreibt Milchwirtschaft. Die Milch wird zum Teil auf dem Hof verkäst, der Käse auf dem Wochenmarkt verkauft. Auch Obst und Fleisch werden selber verarbeitet und vermarktet.
Der ganze Betrieb ist von Wald umgeben, das macht mit allen Baumgruppen 13 km Waldrand. Der Wald muss immer neu zurückgeschnitten werden – sonst Sonne, Obst und Weide, aber auch Aussicht und Wanderwege ade! Mindestens 800 Meter Waldrand sind jedes Jahr zu bearbeiten.

Zum Mittagessen werden wir fürstlich bewirtet. Dann wird uns eine Überraschung angekündigt. Und was für eine! Plötzlich stehen ein Mann und fünf Frauen, unter ihnen Ruth Buchwalder, mit Western-Stiefeln und in Jeanskleidung vor uns und führen uns „Line-Dancing“ zu Western Music vor. Auf ihren T-Shirt steht: „Little Nashville, Liesberg“.
Erst vor kurzem hat hier auf dem Hof ein grosses Open-Air-Festival stattgefunden. Hinterwäldler sucht Ihr hinter dem Wald - hier vergebens!

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So heisst die Sendung von Radio DRS1, Dienstag, 24. August, 20.03-21.00.
Dazu schreibt die Gesprächsleiterin, Karin Frei, folgenden Pressetext:

Sendungen wie „Bauer ledig sucht“ legen den Gedanken nahe, dass es unseren Bauern zusehends schwer fällt, einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Stimmt das? Und wenn ja, weshalb ist das so, was läuft verkehrt? In der Sendung „Doppelpunkt Forum“ diskutieren ein junges Bauernpaar, der Präsident des bäuerlichen Sorgentelefons und der Leiter einer Landwirtschaftsschule.

Als Präsident des Bäuerlichen Sorgentelefons bin ich gespannt, was da auf mich zukommt. Ich freue mich, die andern Gesprächsteilnehmer und besonders die Gesprächsteilnehmerin kennen zu lernen.

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Heute Abend auf dem Ballenberg: Farinet, der Falschmünzer.
Wir freuen uns auf die Aufführung und die gemeinsame Fahrt mit andern Mitgliedern des Theatervereins.
Aber: findet die Aufführung heute überhaupt statt? Das ist eine grosse Frage. Denn der Wetterbericht ist nicht gut.
Um 15 Uhr können wir bei der angegebenen Telefonnummer nachfragen und bekommen die Antwort: ja, das Theater findet statt, die Zuschauertribüne ist gedeckt, es wird aber dennoch empfohlen sich warm und regenfest anzuziehen. So weit so gut und klar.
Aber die Schauspieler?
Aus der Erinnerung weiss ich, dass die Bühne nicht gedeckt ist, eben: Landschaftstheater. Das letzte Mal als ich das Landschaftstheater auf dem Ballenberg besuchte, wurden alle auf der Bühne sehr nass, auch die, welche nicht einen Brunnen fallen mussten. Und kalt war es auch.

Mir kommen andere Akteure in den Sinn, die auch in der kalten Jahreszeit und bei jedem Wind und Wetter auf der grossen weiten Bühne des Landschaftstheater eine Hauptrolle spielen: die Bäuerinnen und Bauern. Auf ihren Einsatz draussen sind wir angewiesen, damit wir drinnen – „auf der gedeckten Tribüne“ - vergnügt essen und trinken können.

Noch andere Berufsleute sind ungeschützt dem Wetter ausgesetzt: Förster, Gärtner, Dachdecker, Zimmerleute, Strassenbauer... Sie bauen an den Kulissen für das grosse Landschaftstheater.
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Am 03.12.2009 reichte Nationalrat Walter Donzé, Vorstandsmitglied der srakla folgenden Vorstoss ein:

„Feuerwerke hinterlassen nicht nur Rauch. Sie stören mit ihrem Knall die Nachtruhe und verängstigen Betagte, Kleinkinder und Tiere. Es geht nicht um ein Verbot. Frohe Feste sollen auch in Zukunft stattfinden. Wenn Feuerwerke mit Mass, Rücksicht und Verstand eingesetzt werden, bleiben die Freude und das Staunen erhalten. Ich frage deshalb den Bundesrat an:
1. Hält er die geltende Bewilligungspraxis angesichts von immer häufigeren privaten Feuerwerken noch für angemessen?
2. Wo setzt er im Hinblick auf Lärmschutz und Luftreinhaltung Grenzen?
3. Wie setzt er diese Limiten durch? „

Vom Bundesrat erhielt er am 3.2.2010 folgende Antwort:

„… Die Untersuchungen kamen zum Schluss, dass die Feinstaubbelastung speziell bei grossen Feuerwerken nicht vernachlässigbar ist und bei empfindlich reagierenden Personen, wie z. B. Asthmatikerinnen und Asthmatikern, Atemwegsbeschwerden auftreten können. Zudem kann der Feuerwerkslärm besonders für lärmempfindliche Bevölkerungsgruppen und Tiere sehr lästig sein.

1./3. …Sollte das Abbrennen von Feuerwerk an Anlässen jedoch stark zunehmen, werden in Absprache mit den Kantonen gesamtschweizerische Massnahmen zu prüfen sein…

2. Durch das Abbrennen von Feuerwerk werden in der Schweiz jährlich rund 300 Tonnen Feinstaub emittiert. Das sind zwar nur 1 bis 2 Prozent von insgesamt rund 20 000 Tonnen pro Jahr, je nach Vorbelastung und meteorologischen Verhältnissen kann es aber zu Überschreitungen des Feinstaub-Grenzwertes kommen...Ein Einschreiten erscheint vor allem dann angebracht, wenn Knallkörper in Siedlungsgebieten oder in Menschenansammlungen zur Detonation gebracht werden.“

Walter Donzé erklärte sich von der Antwort „teilweise befriedigt“.

Vollständiger Text unter:
http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20094062#

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Erster August: feierliches Feuerwerk über dem See, über dem Tal – man bewundert und geniesst. Die Schweiz feiert.

Ein festlicher Silvesterabend – um Mitternacht steigen zahllose Raketen in die Luft, schiessen das neue Jahr herunter, verkünden mit lautem Knallen den erfolgreichen Abschuss.

Ein frohes Sommerfest – als krönender Abschluss ein Feuerwerk. Ah und Oh – Romantik pur.

Eine private Party im Sommer oder im Winter – als Höhepunkt ein Feuerwerk. Alle dürfen mal aufstehen und an die frische Luft. Bald ist sie nicht mehr so frisch. Denn das Feuerwerk hinterlässt Qualm und Rauch und alles andere als frische Luft.

Zum Feuerwerk gesellen sich die Abgase von Heizungen und Maschinen, Abgase von Autos und andern Fahrzeugen. Das wird der Luft zuviel. Sie wird krank. Und mit ihr der Mensch und seine Umwelt.

Zu Recht also erlassen Bund und Kantone Vorschriften, die unsere Luft vor zusätzlichen Schäden bewahrt, ja die sie sogar von ihrer Krankheit heilen sollen. Zu Recht sollen diese Vorschriften verschärft werden.

Zu Recht treffen diese Vorschriften alle: den Privathaushalt, die kleinen und grossen Betriebe. Selbstverständlich auch die Landwirtschaft, die ihren Teil an die Emissionen (Gülle, Maschinen) beiträgt.

Zu Unrecht jedoch werden mehr und mehr Feuerwerke bewilligt oder geduldet – für jedes kleinere und grössere Fest. Für einen kurzen Augenblick der Freude werden der Luft langanhaltende Schäden zugefügt.

Die Feuerwerke hinterlassen nicht nur Rauch, sondern auch Schall – lauten Knall, dem die Menschen und die Tiere im Wald, auf der Weide und im Stall schutzlos ausgesetzt sind. Am Silvester ist es nicht mehr möglich das feierliche Glockengeläute zu hören, das uns über Generationen ins neue Jahr geleitet hat,.

Zu Recht werden Vorschriften erlassen wegen Lärmimmissionen. Zu Recht treffen diese Vorschriften alle. Zu Unrecht jedoch werden Feuerwerke davon ausgenommen.

Die srakla hofft auf viele frohe Feste – auch für die kommenden Generationen. Darum will sie eine „Rakete“ anzünden zugunsten von Mass und Verstand im Umgang mit Lärm und Luft – speziell auch bei der Bewilligung von privaten und öffentlichen Feuerwerken.
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Solche Meldungen liest man diesen Sommer immer wieder. Man nimmt es bedauernd zur Kenntnis und wendet sich wieder seinen eigenen Problemen zu.

Ganz anders ist es für die, die es hautnah miterleben.
Morgens um 06.50 läutet das Telefon. Es geht um einen Careteam-Einsatz. Meine Frau und ich gehören beide zum Careteam des Kantons Bern. In einem Dorf der Nachbarschaft steht das Ökonomiegebäude eines Bauernhauses im Vollbrand. Der Brand droht auf das Wohnhaus überzugreifen. Wir rücken aus. Schon von weitem sehen wir die hohe Rauchsäule. Wir würden die Brandstätte auch ohne Ortskenntnisse finden. Am Brandplatz suchen wir den Einsatzleiter. Dann geht es um Betreuungsaufgaben. Da sind einmal die direkt Betroffenen, drei Generationen einer Familie, da sind Mitbewohner und Nachbarn. Der Ortspfarrer ist gerade in den Ferien sei. Also erübrigt es sich, ihn aufzubieten. Zudem ist er selbst Mitlied der Feuerwehr, wäre also sowieso vor Ort gewesen.
Auch Polizei und Ambulanz sind anwesend. In unseren ländlichen Verhältnissen kennt man sich. Das ist gut und schafft Vertrautheit mitten in einer schrecklichen Situation.
Weitere Angehörige treffen ein. Die Feuerwehren, auch der Nachbarorte, sind ununterbrochen im Einsatz. Es gelingt ihnen, das Wohnhaus zu retten – dank der guten Brandmauer.
Grossartig ist der Einsatz von Nachbarn und herbeieilenden Bauern und Bäuerinnen. Die meisten Tiere sind rechtzeitig aus der Feuerhölle gerettet worden: alle Kühe und Pferde, fast alle Kälber und Schweine. Wie durch ein Wunder ist dabei kein Mensch zu Schaden gekommen. Die Tiere müssen eingefangen, versorgt, in eine provisorische Unterkunft gebracht, die Kühe gemolken werden. Das alles spielt sich in einer eindrücklichen Selbstverständlichkeit, alle packen an, wo sie können.
Plötzlich kracht mit lautem Bersten das Ökonomiegebäude in sich zusammen. Die Bauernfamilie muss das zum zweiten Mal erleben. Schon vor 20 Jahren ist ihr Hof ein Raub der Flammen geworden.
Auch beim Nachbarn, der das heutige Feuer entdeckt und den Alarm ausgelöst hat, flammen Erinnerungen an den Brand des eigenen Hofes auf. Im Gespräch merken wir, dass wir einander kennen. Vor vielen Jahren habe ich mit einer Konfirmandengruppe in seiner Scheune übernachtet.

Plötzlich fahren Traktoren mit Druckfässern vor. Das Gülleloch ist wegen des Löschwassers am Überlaufen und muss dringend geleert werden.
Die Nachbarfeuerwehren und die Stadtberner Feuerwehr ziehen sich zurück. Das gerettete Wohnhaus darf wieder betreten werden. Die Feuerwehr organisiert ein Zmorgen. Über vier Stunden hat sie gekämpft, jetzt brauchen alle eine Stärkung. Wir verabschieden uns gehen heim. Es ist auch für uns Zeit zum Zmorgen.

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Sie wird den Bauernfamilien oft als Alternative angepriesen, wenn sie mit den Marktmechanismen nicht zufrieden sind und die Rechnung ganz einfach nicht mehr aufgeht.

Direktvermarktung ist eine Alternative und bietet den Vorteil, dass Bauernfamilien ihre Kundschaft direkt informieren können: warum dieses Produkt fehlt, jenes im Überfluss vorhanden, ein anderes diesmal besonders oder gerade weniger schön geraten ist...

Direktvermarktung fordert von den Bauernfamilien viel, vor allem:
• Freude am Kundenkontakt
• Vielseitiges Angebot
• Geographische Nähe zu den Kunden
Das ist nicht für alle Bauernbetriebe gegeben. Dem „Schweizer Bauer“ (22.5.10, Dossier) entnehme ich folgende Zahlenschätzungen:
Von den 63'000 Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz betreiben etwa 13'000 Direktvermarktung. Davon macht bei 3'300 Betrieben die Direktvermarktung mehr als 20% ihres Einkommens aus. Es sind also 5% der Landwirte, die einen bedeutenden Anteil des Einkommens aus der Direktvermarktung erwirtschaften.

Warum nur so wenige?
• Weil viele Konsumenten nur Gelegenheitseinkäufe bei Direktvermarktern machen, vielleicht auch, weil sie zu selten Gelegenheit haben (Arbeitszeit, Arbeits- und Wohnort)
• Weil viele Konsumenten sich unterwegs verpflegen und auf die jeweiligen Möglichkeiten angewiesen sind (Kantine, Kiosk, Restaurant).
• Weil der Einkauf beim Direktvermarkter zeitlich aufwändiger ist als der Grosseinkauf im Einkaufszentrum.
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Welches Bild müsste ein Künstler im Jahr 2035 zur Kartoffelernte malen, hundertfünfzig Jahre nachdem Anker sein Bild „Kartoffelernte“ gemalt hat?

Es ist natürlich etwas verschwommen, abstrakter als das von Anker.
Aber eines ist auf dem Bild deutlich zu erkennen: es sind viele Menschen, die auf dem Acker der Erde arbeiten. Die Zeiten als es immer weniger Bauern gab, sind vorbei. Ja, man sieht auf dem Bild sogar, wie Menschen in Städten, in Gärten und auf Balkonen, Härdöpfel und Gemüse pflanzen. Ihre grösste Freude scheint ein Stück fruchtbarer Boden zu sein, auf den Regen und Sonnenschein fallen. Dazu müssen sie ihre Rücken krümmen. Sie tun es ganz selbstverständlich. Sie wissen: ohne Kreuz und Weh kommt kein Segen. Mit den Kartoffeln graben sie auch ihren Glauben wieder aus. Sie sehen, wie die Pflanzen wachsen, mit den Pflanzen wächst ihr Vertrauen in Gott, den sie als Schöpfer und Erlöser erleben. Und so hat sich 2035 folgende Erkenntnis weltweit durchgesetzt und steht sogar im Leitbild der WTO:

Wer seinen Acker bebaut, hat genug Brot,
wer aber Nichtigem nachjagt, dem fehlt der Verstand.
Sprüche 12,11
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Heute, im 21. Jahrhundert, sieht man im Moos weniger krumme Rücken als zu Ankers Zeit. Die Kartoffeln werden mit grossen Maschinen geerntet. Der Härd und die Härd-Öpfel kommen auf Förderbändern zu den fleissigen Händen, die Steine und Kartoffeln aussortieren.
Aber auch davon kann der Rücken weh tun oder die Arme. Noch immer tragen die Menschen ihr Kreuz. Auch die Arbeit auf der Maschine ist hart. Sie ist hektisch und lärmig, kann nass, kalt oder drückend heiss sein. Früher bei der harten Handarbeit wurden manchmal Lieder gesungen - auf der Maschine haben sie keinen Platz mehr.
Schwer tragen die Menschen heute an der Hektik. Schwer tragen sie am Preis, der auf die Kartoffeln drückt. Immer schneller muss es gehen, damit man dem Preisdruck davonrennen kann. Das macht atemlos. Auch die Erde trägt schwer an den Maschinen, die auf ihr herumfahren. Sie braucht eine gute Fruchtfolge, um wieder aufatmen zu können.

Warum dieser Preis-Druck? Warum diese Hektik? Beides bringt einen schier um den Verstand.
Was würden diese Männer und Frauen auf dem Anker-Bild zu unserer heutigen Hektik sagen? Sicher würden sie den Kopf schütteln über die Probleme, die uns beschäftigen. Vielleicht sogar beifügen, was die Bibel im Buch der Sprüche sagt?
wer Nichtigem nachjagt, dem fehlt der Verstand.

Ganz unrecht hätten sie damit nicht. Denn es ist wirklich unglaublich: das meiste Geld wird heute ausgegeben für Dinge, die zwar nützlich oder angenehm sind, die wir aber nicht unbedingt zum Leben brauchen. Es sind keine Lebens- Mittel. Für Lebens-Mittel will man kaum mehr Geld ausgeben.

Für eine Weltreise muss das Geld reichen –aber für den Einkauf im Dorfladen reicht es nicht, weil es in den Einkaufszentren etwas günstiger ist. Ist das klug? Denn einmal haben wir vielleicht kein Auto mehr und sind froh um den Dorfladen.

Und was sagen die Kartoffelgräber von Anker zu den Frühkartoffeln?
Warum wollt ihr sie, wenn sie hier noch gar nicht reif sind? Ihr jagt ihnen nach bis nach Israel und Ägypten, ihr holt sie von dort. Wisst ihr eigentlich, was ihr damit macht?
Ihr importiert Wasser aus Ländern, die zuwenig Wasser haben, in ein Land, das genug Wasser hat. Denn die Kartoffel besteht halt zu einem guten Teil aus Wasser und braucht sehr viel Wasser, bis sie geerntet werden kann.

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Krumme Rücken prägen dieses Bild aus dem Jahr 1885: Zwei Männer und eine Frau bücken sich und hacken die reifen Kartoffelknollen aus den Ackerfurchen. Der Stiel ihres „Karstes“ ist kurz, darum müssen sie den Rücken krümmen. Ob gewollt oder nicht sind sie nah bei der Erde und ihren Äpfeln, bei den Härd-Öpfeln. Rechts im Bild ist eine weitere Gestalt in ähnlicher Haltung. Eine Frau liest Kartoffeln auf, füllt sie in einen Korb, wenn der Korb voll ist, leert sie den Inhalt in einen der bereitgestellten Säcke. Mindestens fünf Säcke sind schon voll.
Diese Männer und Frauen müssen nah beim Härd und seinen Äpfeln bleiben. Da liegt der Segen, ihnen zu Füssen. Beim Kartoffel-Graben neigen sie sich ehrfürchtig vor dem Segen. Auch darum sind ihre Rücken so krumm.
Über den gekrümmten Rücken der Männer und Frauen krümmt sich der Bergrücken des Mont Vully.

Und die Gesichter? Die Gesichter bei Ankers Kartoffelernte sind nicht erkennbar. Der Maler hat für dieses Bild niemanden aus dem Dorf porträtiert. Er wollte niemanden bei der Arbeit versäumen. Darum hat er fast ausschliesslich Kinder und Alte porträtiert. Die freuen sich, zu ihm ins Atelier zu kommen. Dort ist es immer kurzweilig. Aber die, die Verantwortung haben fürs tägliche Brot – die will der Maler nicht wegrufen von ihrer heiligen Pflicht.

 
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