Urlaub am Meer. Ein kleiner Junge spielt am Strand. Mit seinem Eimer in der Hand läuft er die Flutkante entlang. Rennt nach rechts und links, dreht sich, springt zurück und läuft wieder nach vorne. Er versucht trocken zu bleiben, dem Nass auszuweichen. Manchmal bleibt er stehen und schaut zu, wie die Wellen seine Füße umspülen.
Der Herbst beginnt und erste Stürme peitschen das Meer auf. Beinahe hätte er eben seinen Hut verloren. Er ist noch unsicher, was er da vor sich hat. So viel Wasser kennt er nicht. Er war noch nicht oft am Meer. Sein größter Wunsch: Einmal ins Meer pillern.
Es ist Flut. Das Meer kommt. Näher und näher. Wellen kriechen den Strand hinauf. Kommen weiter und weiter. Und ziehen sich wieder zurück. Er hält den Wellen schon ganz gut stand. Ist trittsicher. Und doch. Die eine Welle, die ihn umreisst, kommt. Diese eine kam weiter als all die anderen. Er fällt um, liegt auf dem Rücken wie ein Käfer. Die kleinen Beine strampeln in der Luft. Die Arme auch. Als die Welle schon längst wieder zurück ins Meer will, liegt er noch immer da. Er weint. Kann nicht aufstehen. Dann kommt sein Vater und zieht ihn heraus.
So ist das, denke ich. Wir gehen unseren Weg durch das Leben. Für jeden Schritt, den wir machen, setzen wir ein Bein vor das andere. Und jedes Mal riskieren wir, dass wir dabei das Gleichgewicht verlieren. Ja, so ist das, denke ich. Und ich kann meinen Weg nur gehen, in dem Vertrauen: Wenn ich falle, ist da Einer, der mir aufhilft.