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Liebe Blog-Leser

Vor längerer Zeit habe ich in einem Post mit dem Titel "Zwischendurch" über die NuVinci-Fahrrad-Nabenschaltung berichtet (s.o.). Geplant hatter ich dort eigentlich, die Fortschritte meines Tandem-Umbaus regelmässig zu posten. Gescheitert ist das Projekt an unserem kleinen Keller, denn um Fotos vom Tandem machen zu können, hätte ich es jeweils aus dem engen Keller, durch den engen Gang etc. fugen müssen ... ;-)

Nun jedoch ist es fertig und meine Frau und ich starten in wenigen Stunden eine Tour entlang der Donau. Ich weiss nicht, wie oft ich in dieser Zeit ins Netz gehen kann. Bis wir wieder zurück sind jedoch, wird diese Blog-Seite umgestaltet sein, was auch den Abschluss meines Blogs bedeuten wird.

Sicherheitshalber deshalb jetzt schon einmal ein herzlichen Dankeschön fürs Lesen und für die Feedbacks
Ihr Stefan Siegrist

Hier noch ein Bild vom beladenen Tandem:
Tandem
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Gefoltert, geschlagen, bespuckt, ausgelacht, vor Qualen schreiend gestorben. Kann das Gott sein? Ist eine solche Erniedrigung nicht gerade der Beweis dafür, dass es hier nicht um einen Gott gehen kann?

Nach dem Schock, der Verzweiflung und den bohrenden Fragen vom Karfreitag ist Ostern die klare Antwort: Doch es ist Gott, und der Karfreitag hat seinem Gott-Sein keinen Abbruch getan!

Nicht Gott wird in Frage gestellt, sondern die Vorstellung, dass Gott – um Gott zu sein – unerschütterlich, unberührbar und in weiter Ferne über allem thronen muss.

In Christus – und in ganz besonderem Masse an Karfreitag – offenbart sich uns Gott als ein ganz anderer: Als derjenige, der sich um den Menschen kümmert, der auf ihn zugeht, der selbst Mensch wird, um dem Menschen nahe sein zu können.

Auferweckung

Er beweist sein Gott-Sein nicht dadurch, dass ihn nichts berührt, dass die Menschen ihm nichts anhaben können, sondern durch das genaue Gegenteil: Er setzt sich den Menschen aus! Er lässt sogar zu, dass sie ihn behandeln, wie man einen Gott eigentlich nicht behandeln würde. Er kommt nicht in unsäglicher Kraft und Macht, sondern in Demut zu den Menschen. Er lässt sich quälen, verspotten und töten.

Karfreitag zeigt, dass Gott auch in allerletzter Konsequenz bei den Menschen sein will. Dies lässt er sich alles kosten. Seit Karfreitag wissen wir, dass unser Gott nicht dem Bild des Gottes entspricht, der sein Gott-Sein nur dadurch bewahren kann, dass er sich nichts aussetzt, sich durch nichts berühren oder bewegen lässt. Unser Gott ist ein Gott, der mit uns lebt und auch mit uns leidet. Er ist nicht der a-pathische – der nicht-leidende – Gott der antiken Philosophie, sondern der sym-pathische – der mit-leidende – Gott.

Ostern zeigt, dass Gott dabei trotzdem Gott bleibt. Dadurch wird der Karfreitag bestätigt: Obwohl Gott sich schwach zeigt, bleibt er unüberwindbar. Gerade der Gott, der sich uns so ungöttlich zeigt, überwindet alles, sogar den Tod! Der Ostersieg vertreibt die bohrenden Fragen die der Karfreitag hinterlassen hat und bestätigt uns zugleich, dass wir einen Gott haben, der sich durch uns, unser Leben, unser Leiden berühren lässt, der sich kümmert und mitleidet – und dabei, weil er Gott ist, doch immer das unüberwindbare letzte Wort der Liebe und des Lebens hat.
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Eine theologische These (unter vielen) über Gott ist, dass er leidensunfähig sei (die sog. Impassibilität Gottes).

Der Gedankengang, der seinen Ursprung bereits in der griechischen Antike hat, ist an und für nicht unlogisch: Gott wird als das Höchste, das Absolute überhaupt gedacht: Gott ist so, dass es nichts gibt, was ihn überbieten könnte.

Logischerweise kann es da auch nichts geben, das ihm Leiden verursachen könnte. Denn das die Leiden Verursachende würde ja über Gott stehen. Aber über Gott steht ja per definitionem eben nichts …

Die Krux dieses Gedankengangs — und diese Redewendung ist hier ganz wörtlich zu verstehen — ist die Tatsache, dass Gott selbst sich ganz anders offenbart hat: (Nicht nur) am Kreuz zeigt er sich uns als der (Mit-)Leidende.

Karfreitag zeigt uns, dass Gott nicht völlig unberührbar, fern und apathisch über allem — und damit in endloser Distanz zu allem — steht, sondern ganz im Gegenteil: Dass er, um uns Menschen begegnen zu können, unsere Natur ganz annimmt.

Der Tatsache, dass dies Leiden einschliesst, entzieht Gott sich nicht. Ja, er entzieht sich nicht einmal der Tatsache, dass die menschliche Existenz den Zweifel an Gott einschliesst: Mit den Worten «Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?» auf den Lippen, stirbt der Sohn Gottes am Karfreitag.

Kreuzigung

An Weihnachten feiern wir mit einem grossen Fest, dass Gott Mensch wurde. Aber nirgendwo begegnet er unserer menschlichen Existenz mehr als an Karfreitag: Gott selbst hat sich — um uns Menschen begegnen zu können — in das Leiden hineinbegeben.

Darin liegt die Bedeutung des Karfreitags: Gott ist mit uns auch in den tiefsten Tiefen unseres menschlichen Leids. Wenn wir verzweifeln ist er es, der mit uns aus tiefster Seele schreit: «Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?»

Nach christlichem Verständnis hat sich Gott nicht als derjenige offenbart, der unberührt und desinteressiert über allem thront, sondern als derjenige, der uns gerade auch dort nahe ist, wo wir (auch an ihm) verzweifeln.

Unser Gott begegnet uns mitten im Leid menschlicher Existenz. Er leidet mit uns mit. Er entzieht sich nicht. Dass er dabei riskiert, nicht mehr Gott zu sein — denn was schon könnte dem wahren Gott Schmerz zufügen? — hält ihn von seinem Vorhaben nicht ab. Viel wichtiger ist es ihm, den Menschen ganz und gar nahe sein zu können. Dies bezahlt er buchstäblich mit dem Tod.

Daran soll uns Karfreitag erinnern: Dass Gott sich uns nicht als ferner, unbeteiligter, weit weit weg über allem Thronender gezeigt hat, sondern als derjenige, der uns in unserem Mensch-Sein begegnet und begleitet — bis hin zum Punkt der Verzweiflung an Gott.

Seit Karfreitag gibt es keinen Ort der menschlichen Existenz mehr, an dem der Mensch Gott nicht ganz direkt begegnen könnte — weil Gott bereits da war.

Offen — und zwar zum Verzweifeln offen — bleibt die Frage, ob Gott damit nicht sein Gott-Sein — also sich selbst — aufgegeben hat …
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Was tun wir nun, wenn unsere Analyse ein negatives Bild zeichnet?

Ein solches Ergebnis hält uns vor Augen, dass unser Ziel nicht gut zu unserer derzeitigen Situation – d. h. zu unserer derzeitigen Konstellation aus Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken – passt. (Dies ist bereits ein erster Gewinn der Analyse, denn wir werden davor bewahrt, uns für ein Ziel abzumühen, dass wir höchstwahrscheinlich gar nie erreicht hätten.)

Wir haben nun zwei Ansatzpunkte: unser Ziel und unsere Situation. Beide sind durch uns beeinflussbar.

Zum Ziel können wir uns fragen, warum wir es formuliert haben, wenn es eigentlich derzeit gar nicht so gut zu uns passt. Dies kann ein erhellender Prozess sein, wenn wir z. B. merken, dass wir unser Ziel gar nicht für uns, sondern wegen jemand anderem formuliert haben, es aber gar nicht unbedingt erreichen wollen.

Vielleicht zeigt sich auch, dass uns das Ziel selbst wirklich motiviert, dass aber die Ansprüche zu hoch formuliert sind. In unserem Beispiel könnte man sich z. B. fragen, warum der Rauchstopp unbedingt von einem Tag auf den anderen erfolgen muss. Natürlich gibt es dazu erfolgreiche Beispiele, aber (mindestens!) ebenso viele enden im Misserfolg. Vielleicht bringt eine Korrektur des Ziels etwas? Wie sähen die Felder unserer SWOT-Analyse aus, wenn wir die Fragen auf das Ziel «Ich reduziere meinen Zigarettenkonsum in Zeitspanne X um y» hin beantworten?

Der zweite Ansatzpunkt ist die aktuelle Situation: Kann ich meine Stärken fördern? Was kann ich in Bezug auf meine Schwächen lernen? Hier können Antworten Impulse für Selbstentwicklungsprozesse geben. Das jedoch sind in aller Regel lange Prozesse.

Einfacher kann es oft sein, bei den Chancen und Risiken anzusetzen. In unserem Beispiel sah es in Bezug auf die Chancen nicht gut aus. Diese Erkenntnis könnte z. B. dazu führen, sich vielleicht doch mit dem Gedanken einer Rauchstopp-Beratung anzufreunden. Bei den Risiken haben sich im kollegialen Umfeld grössere Hürden gezeigt: Daraus könnte die Erkenntnis wachsen, dass ich mein Umfeld über mein Vorhaben informiere und um Unterstützung bitte. Vielleicht bietet sich sogar die Gelegenheit, dieses Ziel gemeinsam mit anderen zu verfolgen – und das wäre dann bereits ein Punkt, der unter die Chancen eingeordnet werden könnte.

Wir wollen nicht zu sehr in unserem Beispiel hängen bleiben; die Richtung wurde wahrscheinlich klar: Mit einfachen Fragen und ohne komplizierte Methodik kann die SWOT-Analyse Licht in Situationen bringen, in denen es darum geht, ein Ziel zu erreichen, egal ob es sich um den Neujahresvorsatz einer Einzelperson oder die 10-Jahres-Strategie eines multinationalen Unternehmens handelt. Oder um eine Kirchgemeinde … :-)

Schnell zeigt sich, ob es auf dem Weg zum Ziel eher berauf oder eher bergab geht. Und demjenigen, der bereit zur Reflexion über sich und seine Situation ist, bietet die SWOT-Analyse Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung. Dann haben vier kleine Fragen das Potential Grosses auszulösen …



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Trotz aller Holzschnittartigkeit zeigt unser Beispiel schnell, wie die eigentlich sehr einfachen SWOT-Fragen auf Wichtiges hinweisen können.

Selbstredend ist die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung grösser, je stärker die Stärken und Chancen gegenüber den Schwächen und Risiken sind.

Durch die Fragen zeigt sich, ob Stärken da sind, die potentiellen Risiken entgegengestellt werden können, oder ob Chancen greifbar sind, die Schwächen ausgleichen etc.

In unserem Beispiel ging die Sache mit dem Neujahresvorsatz negativ aus. Betrachten wir die (hypothetischen) Antworten auf die SWOT-Fragen, so überrascht dieser Outcome auch nicht. Jeder, der diese Aufstellung vor sich sieht, würde vom Versuch, den Vorsatz in dieser Form umzusetzen, abraten.

Das Ergebnis einer Analyse könnte natürlich auch anders sein: Deutlich zeigt sich, dass die Stärken und Chancen überwiegen, und dass mit ihnen den Schwächen und Risiken begegnet werden kann … Dann nichts wie los und hinein ins Abenteuer! ;-)

Doch was tun, wenn die Analyse wie in unserem Beispiel ein düsteres Bild zeichnet? Übermorgen mehr dazu …



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Am Anfang einer SWOT-Analyse steht die Formulierung eines Ziels. Auch wenn es natürlich etwas plump und recht clichiert ist, bleiben wir bei unserem Beispiel, in dem der Vorsatz lautet: «Ab morgen rauche ich nicht mehr.»

In Bezug auf dieses Ziel fragt die SWOT-Analyse nun nach meinen Stärken und Schwächen und in Bezug auf mein Umfeld auf sich bietende Chancen, die mir beim Erreichen dieses Ziels helfen könnten sowie auf Gefahren, die unterwegs lauern.

Wichtig ist, dass die Fragen immer in Bezug auf das formulierte Ziel beantwortet werden. Gerade bei den eigenen Stärken zählt man ja gerne viel auf ;-) aber es sollen in der Analyse nur die Faktoren ins Blickfeld kommen, die mit der Erreichung des Ziels zu tun haben.

Was also sind meine Stärken, wenn ich mir vornehme, morgen mit dem Rauchen aufzuhören? Was fällt mir dazu ein? Z. B., dass ich schon lange aufhören möchte, oder dass ich von diesem Schritt wirklich sehr überzeugt bin. Zudem bin ich ein impulsiver Mensch, der Dinge gern rasch umsetzt.

Dann die heiklere Frage nach meinen Schwächen in Bezug auf mein Ziel: Dazu fällt mir ein, dass es nicht das erste Mal ist, dass ich diesen Vorsatz fasse, dass es mir schwer fällt, mir vorzustellen, überhaupt nicht mehr zu rauchen, dass mein Körper sich sehr deutlich meldet, wenn er auf Nikotin-Entzug ist etc.

Welche Chancen bieten sich mir auf meinem Weg zum Ziel? Dazu fällt mir nicht wirklich viel ein.

Bei den Risiken denke ich an all die Situationen an der Arbeit und in meiner Freizeit, bei der das Rauchen einfach dazugehört. Wie das ohne Rauchen gehen soll, kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Dazu kommt, dass in meinem Umfeld die allermeisten rauchen. Und offen ist auch wie stark mich wohl das Passivrauchen in Versuchung führen wird, selbst eine anzuzünden?

Analysieren und bewerten wir diese hypothetischen Antworten am Montag …



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Allerhöchste Zeit für das versprochene Beispiel!! Bleiben wir beim Neujahresvorsatz und wählen eine schon fast sprichwörtliche Situation: den Rauchstopp.

Der Vorsatz im Verlaufe der Silvesterparty lautet: «Nächstes Jahr rauche ich nicht mehr.»

Mitternacht naht und ruft nach einer Präzisierung: Das neue Jahr beginnt ja erst wirklich, wenn man geschlafen hat und wieder aufgestanden ist. Für die Party selbst gilt der Vorsatz also noch nicht.

Am Vormittag des 1.1. dröhnt beim Aufwachen der Kopf als Folge der letzten Nacht und in den Augen brennt das Licht. Die Frage «Zigarette ja oder nein» stellt sich gar nicht. Der Einstieg in den Tag wäre ohne gar nicht möglich.

Mit der Zeit kommen die Erinnerungen an den Vorsatz der letzten Nacht zurück, und obwohl es schwerfällt, bleiben die Zigis den ganzen Tag aus. So auch am 2.1. nach dem Aufstehen.

Der Anfang des Arbeitstages ist überraschend anstrengend, das Rauchen gedanklich über-präsent.

Dann die in der ganzen Abteilung zur Gewohnheit gewordene Rauchpause um 10:00 Uhr, und der Vorsatz ist dahin: «Es ging einfach nicht mehr länger ohne …»

Hätte eine SWOT-Analyse im Vorfeld tatsächlich helfen können, dass der Vorsatz nicht so schnell bachab ging? Und wenn ja, wie? Dazu übermorgen mehr …
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Die Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ziel erreicht wird, erhöhen oder mindern, sind entweder interner oder externer Natur. D. h., sie haben entweder mit mir selbst zu tun, oder sie betreffen all die Dinge um mich herum, die mich auf dem Weg zu meinem Ziel behindern oder unterstützen.

Wenn ich mir vornehme, ein Ziel zu erreichen, so habe ich als Person gewisse Stärken, die es mir leichter machen werden, den Weg dorthin zu bewältigen.

Mit Sicherheit habe ich auch gewisse Schwächen, mit denen ich unterwegs zu kämpfen haben werde.

Auf meinem Weg werden sich Chancen auftun, die ich nutzen kann, um mein Ziel einfacher zu erreichen. Genauso aber werden auch Bedrohungen auftauchen, die mich behindern könnten.

Diese vier Felder, die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Bedrohungen sind das Kernstück der sog. SWOT-Analayse. SWOT steht für die Anfangsbuchstaben der vier Felder auf Englisch: Strengths, Weaknesses, Oportunities and Threats.

Inhaltlich natürlich schon lange bewusst oder unbewusst bekannt, wurden sie an der Harward Business School in den 60ern zu einem Planungsinstrument des Strategischen Managements zusammengestellt.

Wer sich ein Ziel vornimmt, ob dies nun an Neujahr oder irgend einem anderen Tag des Jahres, ob als Einzelperson oder als eine ganze Organisation, kann die Wahrscheinlichkeit, dieses Ziel zu erreichen, markant steigern, wenn vor der Aktion die Reflexion anhand der SWOT-Analsyse erfolgt.

Ein Beispiel soll dies nächste Woche zeigen. Dabei wird auch die grosse Stärke dieses Instruments – seine Einfachheit und Verständlichkeit – deutlich werden.
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Eigentlich ist es ganz logisch: ohne Weg, kein Ziel. Die Definition von «Ziel» setzt voraus, dass es einen Weg gibt. Wovon wäre das Ziel sonst das Ziel? ;-)

Und wenn wir über einen Weg nachdenken, ist ebenso logisch, dass er nicht nur ein Ziel, sondern auch einen Anfang hat. Er geht «von A nach B», wie das geflügelte Wort es so schön sagt.

Im Prinzip ist uns dies alles bewusst und geläufig, aber trotzdem fassen wir – als Einzelpersonen oder als ganze Organisationen – immer wieder Vorsätze, die sich ausschliesslich mit dem erstrebenswerten Ziel auseinander setzen … und dann sind wir frustriert und enttäuscht, wenn wir es nicht erreichen.

Dabei gibt es neben dem Ziel andere, genauso wichtige Faktoren:
- den Ausgangspunkt, also unseren derzeitigen Standort, der mehr oder weniger nah am Ziel sein kann,
- den Weg zum Ziel, der mehr oder weniger anstrengend sein kann (und in aller Regel gibt es sogar mehr als nur einen Weg zum Ziel),
- «Orte», durch die der Weg führt, die uns entweder bei der Zielerreichung unterstützen oder hindern «Oasen», Wüsten», …),
- und nicht zuletzt uns selbst, die wir diesen Weg «unter die Füsse» werden nehmen müssen. Dabei haben auch wir Eigenschaften, die der Zielerreichung förderlich sind und solche, die uns hinderlich sein werden.

Schnell wird klar, dass es nicht zielführend sein kann, nur über das Ziel nachzudenken. Aber wie kann man dann überhaupt noch den Überblick behalten? Neben der Anzahl der Faktoren kommt ja auch noch hinzu, dass sie zueinander in Beziehung treten werden: Was auf dem einen Weg eine hilfreiche Kompetenz sein kann, ist auf einem anderen wenig hilfreich etc …

Ein pragmatische «Auslegeordnung» kann hier helfen, nicht nur den Überblick zu behalten, sondern auch Entscheidungen zu treffen, die die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung um ein Vielfaches erhöhen, als die z. B. bei Neujahrsvorsätzen der Fall ist. Dazu demnächst mehr …
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Schöne Ziele gibt es viele. Von ihnen lässt sich gut schwärmen und träumen. Man kann sich wunderbar nach ihnen sehnen und sich ihr Erreichen wünschen. Doch so attraktiv das Ziel auch sein mag, es muss auch zu mir passen. Und dabei ist es mit einem «Das gefällt mir!» nicht getan. Zu berücksichtigen ist auch der Weg zum Ziel und ob ich ihn derzeit überhaupt bewältigen kann.

Und genau hier ist der Moment, in dem das Schwärmen über das Ziel der Selbstreflexion weichen sollte.

Der australische Outback z. B. ist ein schönes Ziel, doch hängt die Erreichbarkeit nicht nur vom Outback selbst, sondern noch stärker von mir ab.

Wohne ich in der Schweiz, ist der Weg dorthin sehr weit und erfordert einen relevanten Ressourcen-Einsatz. Kann ich mir den leisten? Und wie ist es mit dem Weg dorthin? Wenn ich gleichzeitig sowohl Flugangst wie auch extreme Seekrankheit habe, dann gibt es gar keinen Weg, der mich an dieses Ziel führen könnte.

Alle unbestreitbaren Qualitäten und Vorzüge des schönen Ziels werden nebensächlich, wenn ich auf mich selbst blicke und merke, dass ich mit einem mageren Sparschwein, Flugangst und Seekrankheit in der Schweiz lebe.

Das Ziel hat sich nicht verändert, aber ich muss feststellen, dass es im Moment nicht zu mir passt, weil mir die nötigen Ressourcen und/oder Kompetenzen fehlen, es zu erreichen. Würde ich in Sidney wohnen, könnte ich weiterhin mit einem nur mageren Sparschwein ausgestattet und immer noch von Flugangst und Seekrankheit geplagt sein, aber der nur wenige Dutzend Kilometer entfernte Outback wäre möglicherweise plötzlich ein passendes Ziel.

Suche ich mir ein Ziel, ist also nicht entscheidend, ob es per se schön ist, sondern ob es zu mir passt; d. h. ob ich die Ressourcen und Kompetenzen habe, die es braucht, dieses Ziel zu erreichen. Neben dem Ziel muss ich also auch mich selbst und den Weg zum Ziel kennen, bevor ich entscheiden kann, ob es sich lohnt aufzubrechen.

Ein ebenso einfaches wie hilfreiches Werkzeug, das bei dieser Entscheidungsfindung helfen kann, wird Thema der nächsten Posts sein.
 
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