Arne Victor Garvi, ein norwegischer „Verrückter“ hat begonnen, die Sahara zu bepflanzen.
Seine grüne Plantage liegt 13 km südlich von Tanout, wo im Jahr 125 Millimeter Regen fällt.
2000 Bauern im Wüstenstaat Niger haben so eine Alternative zum Hungertod erhalten.
Arne Victor Garvi und seine Sohnesfamilie testen jahrlang, welche Pflanzen in der Sahara wachsen. Sie betreiben „direct seeding“, die Pflanzen werden nicht gezüchtet und verkauft, sondern bleiben an Ort und Stelle und beginnen unter der Erde mächtige Wurzelgeflechte zu bilden, die sich das Wasser von unten holen. Wenn etwas blüht, stellt die Familie die Samen in ihrem Haus in Zinder ins Regal und wartet. Die Bauern sollen selbst kommen und fragen, was denn da wächst und weshalb. Wer will, erhält Samen. Wenn er damit arbeitet, erhält er auch im nächsten Jahr Samen und sonst nicht. Garvi hält sich an die Regel, keine Fische zu verteilen sondern fischen zu lehren, wenn die Leute wollen.
Im ersten Jahr bringt eine Ernte dem Bauern 68 Cent, was viel ist für den, der hungert. Im dritten Jahr sind es 6,22 Euro, im zwölften 44,32 Euro. So ihre Statistik.
1987 hat Garvi begonnen und schon 160 Arten getestet, ohne zu wässern, einfach abwartend.
Und manche Pflanzen wachsen und tragen Früchte, wenn auch erst nach Jahren.
Das ganze Projekt und der Unterhalt seiner Familie kosten 50 000 Euro im Jahr und diese werden von Freunden aufgebracht. Den Durchhaltewillen und den Glauben an diese ganz langsame Revolution müssen sie selber aufbringen.(aus Brinkbäumer: Der Traum vom Leben)